Hallo ...

updated: 30.04.2016

... schön, dass Sie vorbeischauen. Auf dieser Seite finden Sie aktuelle astronomische Spektren, aufgenommen mit den Spektrographen DADOS und BACHES. Da Licht bis auf ganz wenige Ausnahmen der einzige zur Verfügung stehende Informationsträger ist, um unsere kosmische Nachbarschaft zu rekonstruieren, ist es sinnvoll sich mit den Vorgängen zu beschäftigen, die Licht beeinflussen und auch mit solchen, die dem Licht diese Information wieder entlocken. Viel Spaß also auf meiner Seite :-)

Artikel in Spektrum Nr. 50 der Fachgruppe Spektroskopie der VdS

Der in Spektrum Nr. 50 veröffentlichte Artikel ist eine schriftliche Zusammenfassung des Vortrags von der Aspekt 2015 in Freiburg. Der Autor führt auch heute noch gerne astronomische Beobachtungen durch, um atomphysikalische Zusammenhänge sichtbar zu machen. Deren genaue Kenntnis lässt Rückschlüsse auf unsere kosmische Nachbarschaft zu. In diesem Artikel wurden Aufnahmen verwendet, die mit dem DADOS Spaltspektrographen sowie dem BACHES Echellespektrographen erstellt wurden.

Nach wie vor ist elektromagnetische Strahlung der dominierende Informationsträger, um unsere kosmischen Nachbarschaft zu erforschen. Neuartige Zugänge, etwa über Gravitationswellen oder Neutrinos, stehen erst am Anfang ihrer Entwicklung und werden selbst im technologisch besten Fall auf besondere Ereignisse zugeschnitten bleiben. Elektromagnetische Wellen entstehen dagegen bei weitaus „normaleren“ Umgebungsbedingungen und sind auch experimentell sehr viel einfacher zugänglich. Die Kenntnis der Entstehung von elektromagnetischer Strahlung sowie die Beherrschung der Werkzeuge zu deren Analyse sind die Schlüssel ... | hier ...

Druckverbreiterung im Orion

Drei Sterne aus dem Sternbild des Orion habe ich herausgepickt, um an ihrem Beispiel den Einfluss der Leuchtkraftklassen zu verdeutlichen. Während sich Sterne der Leuchtkraftklasse V auf der Hauptreihe befinden, besitzen Sterne der Leuchtkraftklasse I oder 0 die größtmögliche Oberfläche und daher die maximale Leuchtkraft. Sie befinden sich weiter oben im Herzsprung - Russel - Diagramm als die Hauptreihensterne besitzen besonders scharfe, detailreiche Linien. Dies liegt daran, dass sich die Materie der lichterzeugenden Regionen weiter weg vom Gravitationszentrum befindet und somit einer geringeren Schwerebeschleunigung ausgesetzt sind. Die meisten Atome besitzen daher eine geringere kinetische Energiedaher auch eine geringere Linienverbreiterung. Umgekehrt besitzen - besonders blaue - Hauptreihensterne der Leuchtkraftklasse V - besonders breiten Linien. | hier ...

Orion

Seit einiger Zeit befindet sich nun der Orion - Film "in der Schublade". Zu dem auf der Reisemontierung im Winterurlaub entstandenen Film liegen auch spektrographische DADOS Daten vor. Abgesehen vom M-Stern Beteigeuze handelt es sich vor allem um junge, heiße B-Sterne. Hier dominieren die Balmerlinien des Wasserstoffs und es werden kaum andere Linien sichtbar. Dafür wird der Einfluss der Leuchtkraftklassen sichtbar der sich maßgeblich in der Druckverbreiterung dieser Linien bemerkbar macht. | hier ...

Zoom in die Spektralklassen aufgenommen mit dem Echellespektrographen, der in dieser Disziplin seine volle Stärke ausspielen kann. Während in den Datensätzen der gesamte Spektralbereich gleichzeitig abgedeckt wird, kann nach der Bearbeitung mit (überarbeiteten) MIDAS Skripten und der Darstellung mit z.B. Spektrosoft auf Details gezoomt werden, die für die meisten anderen Spektrographen unsichtbar bleiben. Hier eine Studie um die Natrium - Region. Weitere Zooms auf verschiedene Regionen finden sie | hier ...

P Cygni ist ein veränderlicher Stern mit einem bemerkenswerten Spektrum. Fast jede helle Emissionslinie besitzt einen "Überschwinger", der durch einen leicht blauverschoben Absorbtionsteil hervorgerufen wird. Alle Linien enstehen in der durch Sternwinde ausgestoßenen Materie, und zwar besonders durch Stoßanrgung durch die bei Ionisationsprozessen freigesetzten Elektronen. Durch die in alle Raumrichtungen gleichmäßige Geometrie des Sternenwindes entsteht eine gewisse Linienverbreiterung, da einige Winde auf den Beobachter gerichtet sind und andere vom Beobachter weggerichtet sind. Hier entstehen Blau- und Rotverschiebung gleichermaßen. Allerdings ... | Mehr ...

Spektrosoft Version 2.8 beta Spektrosoft ist Freeware, Sie können es kostenfrei herunterladen, für private sowie gewerbliche Zwecke frei verwenden und (unter Nennung des Autors ;-) ) weiterverbreiten. | Mehr ...

Februar 2015 - Eigenrotation des Jupiters Ein weiterer Klassiker für hochauflösende Spektrographen: Durch Jupiters Eigenrotation kommt es entlang des Äquators zur einer sich von Blau nach Rot verlagernden Dopplerverschiebung, welche die Absorbtionslinien "kippen" lässt. Im Vergleich dazu liegen die Linien des am umittelbar neben Jupiter stehenden Erdmondes reflektierten Sonnenlichts (links und rechts neben den gekippten Spektren des Jupiters) gerade.

Die Zentren der Linien der beiden gegenüberliegenden Ränder des Jupiters liegen 14 Pixel außeinander, etwa 2 Pixel gestehe ich mir als Messfehler ein. Mit der vereinfachten Dopplerformel Δλ / λ0 * c = v ergibt sich bei einem Abstand der Na D - Dublett Linien von 82 Pixeln ± 2 für 0,597 nm eine Differenzgeschwindigkeit beider Seiten zueinander von 51,9 km/s ± 7,4. Die Absolutgeschwindigkeit einer einzigen Planetenflanke beträgt demnach die Hälfte. Zudem wirkt sich der Dopplereffekt ebenfalls doppelt, nämlich bei Absorbtion und Emmission aus. Zur Gewinnung eines realistischen Wertes muss unser Wert erneut halbiert werden - insgesamt also geviertelt. Damit ergibt sich ein Messwert von 13,0 km/s ± 1,9 km/s. Der Literaturwert liegt bei 12,6 km/s. | Mehr ...

Dezember 2014 - Swan Banden in der Kerzenflamme Passend zur Jahreszeit und in Ermangelung besseren Wetters stattete ich den BACHES mit einem Objektiv aus und richtete ihn auf eine Kerzenflamme der diesjährigen Kerzenpyramide (linkes Bild). Nach insgesamt vier zweiminütigen Aufnahmen wurde die Ursache des blauen Leuchtens am Flammenansatz sichtbar: Es handelt sich um die sogenannten (Swan-)Molekülbanden, benannt nach William Swan, der 1856 als erster die Verbrennung von Kohlenwasserstoffen spektroskopisch untersuchte. Der Ursprung des quantisierten Leuchtens in Form der Vibrationsbanden des C2 blieb allerdings noch eine Weile - bis 1927 - verborgen. | Mehr ...

November 2014 - Beta Aurigae mit dem Echellespektrographen Eines der ersten Objekte mit dem Baches ist eine Serienaufnahme des spektroskopischen Doppelsterns Beta Aurigae, den ich in der Vergangenheit bereits mit dem DADOS aufgenommen hatte. Ohne Aufwand konnte ich aus mehreren 5 minütigen Aufnahmen ein Film erstellen, der die Evolution in den zueinander dopplerverschobenen H beta Linien der umkreisenden Sterne zeigt. | Mehr ...

Herbst 2014 - Der BACHES Echelle Spektrograph von Baader Planetarium ist da. Ein Echelle Spektrograph ist einem Spaltspektrographen in vielerlei Hinsicht überlegen. Die extremen Energieauflösungen solcher Geräte bei gleichzeitiger Abdeckung des gesamten Wellenlängenbereichs sind beeindruckend und geben dem engagierten Amateurastronomen ein äußerst mächtiges und flexibles Instrument in die Hand. Seit Herbst 2014 kann auch ich mit einem solchen Gerät unterwegs sein und habe mir bereits einen ersten Eindruck des neu auf dem Markt befindlichen Systems verschaffen können. | Mehr ...

Supernova SN2014J in M82: Als am 4. Februar nach langer Schlechtwetterperiode erstmals der Himmel auch über Frankfurt wieder aufklarte, gab es für den Spektrographen aus meiner Sicht nur ein mögliches Ziel: Die Supernova SN2014J in M82. Obwohl eine der hellsten, weil nächsten Supernovae der vergangenen Jahrzehnte, ist sie für amateurspektroskopische Anwendungen recht dunkel, da das Licht des Spektrums über den gesamten Wellenlängenbereich verteilt werden muss. Um so erfreuter war ich, als die für eine Supernova Typ Ia typischen breiten Absorbtionslinien im Spektrum in dem vom Himmelshintergrund bereinigten Sektrum auftauchten. Parallel dazu montiert, gelang eine der ersten Aufnahmen mit dem neuen Apochromaten. Eine gelungene Entschädigung für das schlechte Wetter der vergangenen Wochen! | Mehr ...

Neu in Spektrosoft Version 2.4 beta: Beim letzten Update meiner Spektroskopiesoftware wurde die Verwendung mehrerer Dateien sowie ein zoombares Farbspektrum im Hintergrund implementiert. Spektrosoft ist Freeware. Schauen Sie rein :-) | Mehr ...

Nova Delphini 2013: Die Gemeinde der Amateurastronomen blickt seit dem 14. August 2013 auf die im Delfin befindliche Nova, deren ursächliches Doppelsternsystem bis zu diesem Ausbruch unbekannt war. Bei einer Nova führt in gewissen Abständen der Massetransfer von einem Begleitstern auf einen weißen Zwerg zu einer dort neu einsetzenden Kernfusion. | Mehr ...

First Light hieß es im Sommer 2013 für den neuen APM 40/480 Apochromaten und die GM2000 von 10-Micron. Auf der massiven Montierung sollten in Zukunft parallele Aufnahmen von Spektren und Umgebungsbildern der untersuchten Objekte möglich sein. Als erstes Objekt - obwohl nicht ganz der Brennweite angemessen nahm ich M57 aufs Korn. | Mehr ...

C/2011 L4 Panstarrs wurde im Jahr 2011 vom namensgebenden Panoramic Survey Telescope And Rapid Response System entdeckt. Die hier abgebildete Aufnahme eines Spektrums gelang am 7. April 2013 kurz vor Sonnenuntergang aus dem Taunus. Nach Abzug des Himmelshintergrunds (in der Animation das zweite Spektrum mit weniger Emissionslinien) bleiben insbesondere die im blauen Bereich des visuellen Spektrums leuchtenden C2 Emissionsbanden. Eine starke Natriumlinie kometaren Ursprungs - wie von anderen Beobachtern bemerkt - konnte ich leider nicht feststellen. | Mehr ...

Swan Banden im C5 Stern VY UMa, der als C5 - Kohlenstoffstern zu den rotesten Sternen am nördlichen Himmel gehört. Solche Sterne besitzen mehr Kohlenstoff als Sauerstoff. "Normale" Sterne werden aus diesem Grund auch gerne als "Sauerstoffsterne" bezeichnet. Wie an VY UMa schön zu erkennen ist, sind es vor allem die sogenannten Swan-Banden, die Absorbtionslinien der sich bei niedrigen Temperaturen in der Sternatmosphäre bildenden C2 und CH Moleküle, die besonders das blaue Licht absorbieren. Somit erscheint der Stern noch viel roter als aufgrund seiner Spektralklassifikation angemessen wäre. Dies zeigt auch der direkte Vergleich mit dem - ebenfalls im großen Bären befindlichen M-Stern μ UMa. Die Swan Banden sind uns übrigens im täglichen Leben aus der blauen Flammenfärbung, von Gasbrennern bekannt. Hier allerdings in Form von leuchtenden Emissionslinien. | Mehr ...

Delta Cephei - der Prototyp Delta Cephei ist der Prototyp der pulsationsveränderlichen Cepheiden. Der direkte Zusammenhang zwischen ihrer Pulsationsperiode und ihrer Absoluthelligkeit ließ sie bei der erstmaligen Entfernungsbestimmtung der Andromedagalaxie als ein von unserer Galaxis unabhängiges Spiralsystem eine besondere Rolle spielen ("Die Große Debatte ~ 1920 - 1923"). Spektroskopisch interessant ist delta Cephei, da die Größenänderung seiner Oberfläche auch zu einer Änderung der Spektralklasse führt. Im Fall von Delta Cephei ist es innerhalb von 5,4 Tagen eine vollständige Schwankung zwischen "F5" und "G2" und wieder zurück. | Mehr ...

Archiv - Ältere Titelthemen wurden an den passenden Stellen thematisch in die Seite eingefügt. Die Direktlinks finden Sie jedoch weiterhin im "Archiv". | Mehr ...




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